Das Anti-Haarausfall-Experiment mit Regaine / Rogaine (1)

25 04 2010

Männer und ihre Haare – eine Leidensgeschichte epochalen Ausmaßes. Wer erst mal Haarausfall hatte, weiß davon zu berichten (und zwar mindestens 100x am Tag). Es gibt weitaus schlimmeres, ich weiß, aber wer ansonsten obenauf ist, den beschäftigen dann halt solche kosmetischen Problemchen.

Das mutmaßliche Wundermittel

Die Vorgeschichte: Mit erblichem Haarausfall vorbelastet (Großvater beiderseits, sowie ein Bruder mit Platte ab Mitte 20), machte ich mir spätestens seit der Pubertät Sorgen, dass mein Haar ausfallen könnte. Wirkliche Anzeichen für einen bevorstehen Haarausfall stellten sich allerdings erst ab Mitte 20 ein, als sich die Geheimratsecken ihren Weg suchten. Wirklich gravierend war das letztendlich auch noch nicht, da mein Haupthaar ansonsten sehr dicht ist – aber wie das so ist: Subjektiv gesehen, ist alles viel schlimmer.

Der Ist-Zustand:
Nun bin ich 31 und meine Frontpartie, also die Ingo-Appelt-Spitze, fängt langsam an, sich zusätzlich auszudünnen – die Kopfhaut scheint leicht durch und die Haare sind sehr fein geworden. Natürlich ist dieser Zustand nicht zu akzeptieren! Zurzeit kann ich das ja noch ganz gut mit meinem immer noch “voll im Saft stehendem” Deckhaar kaschieren; aber wer weiß: Nicht, dass ich mit 50 stolz, mit zwei Härrchen von links nach rechts über die Glatze gelegt, herumlaufe.

Die vermeintlichen Wundermittel:
Wer weiß, vielleicht helfen die genannte Mittel bei anderen Männern – mir haben sie nichts gebaracht außer Nebenwirkungen. Folgende Wundermittel wurden bereits ausprobiert und von mir für schlecht befunden:

Alpecin Koffeinshampoo – Das Haar wird leicht filzig und verdichtet sich so natürlich etwas. Ein Neuwuchs war jedoch nicht festzustellen. Dazu kam eine leichte Benommenheit – da ich überempfindlich auf Koffein reagiere, war das aber abzusehen. Geruchstechnisch fand ich’s jetzt auch nicht so betörend: Sehr männlich und alkoholisch. Verleiht ein Frischegefühl auf der Kopfhaut – so wie Tigerbalm in etwa.

Lóreal Elvital for Men Regenium XY – soll das Haar wieder voller erscheinen lassen, mehr Widerstandskraft verleihen. Riecht okay, sehr mild, ist nicht teuer (1,99 EUR), hat allerdings aber jetzt auch nichts verändert. Kann man gerne als Standard-Haarshampoo benutzen, wenn man sich damit besser fühlt.

Biotin 5mg – ist ein Vitamin B, was sich in herrkömlicher Nahrung wiederfindet. Ein Biotinmangel ruft u.a. jedoch Haarausfall hervor. Also, logische Konsequenz: Biotin schlucken und hoffen, dass das Haar wieder wächst. Dies ist allerdings ein Trugschluss, da ein Biotinmangel hauptsächlich durch Krankheiten oder Medikamente hervorgerufen wird. Durch falsche Ernährung ist dies kaum möglich. Da eine Überdosierung nachweislich nicht schädlich ist, kann man eine Art Biotinkur gerne in Erwägung ziehen (z.B. Biotin 5mg Kapseln v. Rossmann für knapp 4 EUR). Gebracht hat es mir allerdings nichts.

Das waren auch schon meine drei Experimente, da ich ehrlich gesagt nicht wirklich darauf stehe, irgendwelche Tabletten zu schlucken, um evt. mehr Haare zu bekommen, dafür aber dann meine Libido abtöte oder verweibliche, dunkle Augenringe (“Sunken Eyes”) bekomme o.ä. (wie z.B. in einschlägigen Foren von Anwendern über den Wirkstoff Finasterid in dem Produkt Propecia berichtet).

Das Experiment:
Nun war ich kürzlich in Bremen beim Friseur, und dort wurde mir unter der Hand das Mittel Minoxidil 5% von Kirkland empfohlen (nur über das Ausland zu beziehen); die günstigere Alternative zum deutlich teureren Regaine (regulär in deutschen Apotheken erhältlich). Der Inhaltsstoff ist der gleiche. Nun habe ich im Internet stundenlang recherchiert, da ich nicht unbedingt 30 EUR für nichts und wieder nichts investieren wollte. Dabei bin ich dann auch auf absolute Horrormeldungen gestoßen (“… das noch vorhandene Haar wurde weggeätzt.”, “Mein Haar wurde dünn und gelblich.”, “Ich habe dunkle Augenringe und Falten bekommen.” usw.). Wenn man dann aber genauer gelesen hat, haben viele jedoch Minoxidil mit anderen Präparaten wie Propecia zusammen angewendet oder Regaine überdosiert (statt pro Tag ein Tropfen Öl mit der Pippette auf die kahle bzw. lichte Stelle auzuträufeln, haben sich einige Probanden den ganzen Kopf damit eingeschmiert).  Dagegen stehen Bewertungen von u.a. Amazon.com, die sehr positiv ausfallen.

Fakt ist: Minoxidil kann in den ersten Wochen zu “Shedding” führen; das bedeutet, dass sich tatsächlich die noch vorhandenen Haare verabschieden könnten (wird auch vom Hersteller angegeben). Weiterhin kann ein Rückgang der Haare durch das Absetzen des Mittels einhergehen. Diese Symptome sollen sich aber nach Angaben von Probanden aus Internetforen sowie ärztlich betreuten Internetratgebern wieder einstellen (Haarerkrankungen.de).
Weiterhin existiert eine Studie (400 Männer wurden 8 Wochen behandelt), die besagt, dass bei 80% der Testpersonen der Haarausfall gestoppt wurde, bei 33% sogar die Haarfülle wieder zunahm (sind allerdings Herstellerangaben :-/).

Fazit:
Eine Wirkung von Minoxidil ist zwar bestätigt, jedoch ist nicht genau nachgewiesen, warum der Stoff wirkt. Hier wird sich auf Annahmen gestützt; so schreibt der Hersteller: “… verschiedene Faktoren können die Wirkung von REGAINE® MÄNNER auf das Haarwachstum beeinflussen und entscheiden, ob REGAINE® MÄNNER bei Ihnen wirkt oder nicht. Leider kann man nicht vorher sagen, wer auf die Behandlung ansprechen wird oder wer nicht.”
Also, hier wird für nichts gebürgt, jedoch spricht die Internet-Mund-zu-Mund-Propaganda eine deutlichere Sprache: Minoxidil kann wirken, und das ist deutlich mehr als das, was über andere Produkte gesagt werden kann. Ein Versuch ist es wert.

Mein Produkt:
Ich habe mir über Biovea das Präparat Rogaine Foam (3 Monatsampullen) für 49,90 EUR bestellt. Ich habe mich für dieses Produkt entschieden, da es das günstige Kirkland Minoxidil 5% sowie das in Deutschland zugelassen Regaine nur als ölige Tinktur mit starkem Alkoholanteil zu erwerben gibt. Die Berichte in den Foren attestieren folgendes: Der Schaum reize im Vergleich zur Tinktur die Kopfhaut nicht; des weiteren blieben fettige Haare erspart.
Wie der Versand über Biovea verlief, plus tatsächliche Informationen zum Produkt aus erster Hand, veröffentliche ich, wenn die Sendung eingetroffen ist (voraussichtlich in ca. 1 Woche).

PS: Auch wenn es an anderer Stelle gegensätzlich behauptet wird – Regaine (Deutschland) und Rogaine (u.a. USA, UK…) sind ein und das selbe Produkt vom Hersteller McNeil Consumer Healthcare.

Das Anti-Haarausfall-Experiment: Anwendung (2)
Das Anti-Haarausfall-Experiment: Nach 1 Woche (3)

Das Anti-Haarausfall-Experiment: 3 Wochen (4)
Das Anti-Haarausfall-Experiment: 2 Monate (5)
Das Anti-Haarausfall-Experiment: 6 Monate (6)


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3 Antworten

4 05 2010
Das Anti-Haarausfall-Experiment: Anwendung von Rogaine (2) « fishworx

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13 05 2010
Das Anti-Haarausfall-Experiment: Erste Woche Rogaine (3) « fishworx

[...] Das Anti-Haarausfall-Experiment (1) Das Anti-Haarausfall-Experiment (2) [...]

19 10 2011
leckercaneloni

regaine ist ein arzneimittel für herzerkrankungen, das mittel minoxidil kann
die durchblutung verbessern, wenn also jemand haarausfall hat, weil er durchblutungsstörungen hat, kann dieses mittel helfen. zusätzlich dazu muß man sich fettarm und zuckerarm ernähren und sich regelmäßig bewegen.
die haarwurzeln werden wieder richtig durchblutet und so mit den notwendigen nährstoffen versorgt. wer
wer diese durchblutungsstörungen nicht hat , der braucht auch kein regaine.
der kann sich das geld sparen.
bei erblich bedingtem haarausfall hilft vieeleicht eine hormonbehandlung,
das ist aber sehr riskant als mann weibliche hormone zu nehmen.
war regaine oder kirkland angeht, das ist wurst ob schaum oder öl, nicht zuviel nehmen, das wurde erwähnt. also erstmal zum hautarzt gehen, und
sich informieren, wieso man haarausfall hat, und sich erst dann die für einen richtigen mittel kaufen.

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