Die Muse starb im Hurricane

12 07 2006

Das Hurricane 2006 ist schon fast wieder vergessen… und dann komm ich. Aber hey, es ist nicht meine Schuld, dass ich so lange kein Wort darüber verlieren konnte – nein! – das Hurricane selbst trägt Schuld daran… oder wollen wir lieber sagen: Der Hurrikan!
Ja ganz genau: Ich bin einer der Leidtragenden der Hurrikan-Katastrophe vom 25.06.2006 – und bevor ich jetzt weiter Jammer, gibt’s erst mal die erfreulichen News.

Donnerstag, 22.06.2006 – 18.00 Uhr: Dany und Miss Gebauer bewegen sich langsam vom Schwarzen Meer aus Richtung Bremen Hauptbahnhof. Dabei: 2000 Kilogramm Gepäck, verteilt auf knappe 110 Kg Menschenmasse… dann Menschenmatsche…

Donnerstag, 22.06.2006 – 19.00 Uhr: Die Menschenmatsche bewegt sich von Bahnhof Scheeßel Richtung Festivalgelände. Eine grobe Fehleinschätzung der Entfernung führt zu erheblichen Mängeln im Getriebe. Der erste Staub wird inhaliert, die ersten verbalen Kämpfe ausgefochten und dann endlich werden wir in Bändchen gelegt.

Donnerstag, 22.06.2006 – 21.00 Uhr: Nachdem wir gemerkt haben, dass heute noch keine Bands spielen, sind wir wieder nach Hause gefahren… nein… Nachdem wir unser neues Zuhause aufgebaut haben, merkten wir, dass wir nicht allein waren. So ist es richtig. Neben Marrrtin trafen wir allerlei Landvieh und verstörte Menschen. Egal, irgendwann macht der Alkohol alles schön…

Freitag, 23.06.2006 – 2.00 Uhr: Dany muss pinkeln und tritt in Klopapier…

Freitag, 23.06.2006 – 8.30 Uhr: Das Zelt mutiert zur Sauna – Schweiß verklebt unsere Augen. Das Frühstück ist lecker: Beck’s, Bier und’n Pils… wird nebenan gefrühstückt.

Freitag, 23.06.2006 – 19.30 Uhr: SEEED sollen uns wegburnen, aber die sind viel zu leise. Also schnell rüber zu den Arctic Monkeys, die wir auf keinen Fall verpassen wollen – die liefern dann erwartungsgemäß eine geile Show.

Freitag, 23.06.2006 – 22.10 Uhr: Anstehen für die FrontRow der Blue Stage. Wie jedes Jahr wird so lange gedrückt bis einer weint. Egal – da muss man durch und so schaffen es Miss Gebauer und ich ganz nach vorne zu Tomte. Die will ich aber gar nicht hören, doch die Angst ist zu groß, Maximo Park nicht sehen zu können, und so muss ich leider auf Manu Chao verzichten. Na ja, wenigstens haben wir einen super Platz erkämpft…

Freitag, 24.06.2006 – 0.30 Uhr: Miss Gebauer muss pinkeln. Wir müssen leider unsere Festung aufgeben und verlassen die FrontRow. Mhmpf!

Freitag, 24.06.2006 – 0.50 Uhr: Spektakulär drängeln wir uns wieder nach vorne und rocken mit Maximo Park. Die Band des Tages übrigens! Danach will meine Staublunge nur noch schlafen – ich leg mich mit ihr ins Zelt.

So, kein Bock mehr auf diesen Tagebuchscheiß. Ich sag’s einfach gerade heraus:
Intelligent wie wir sind, machen Miss Gebauer und ich uns auf Richtung Scheeßel. Schwimmen gehen! Also wird erst mal ‘ne Runde getrampt. Komischerweise hat uns keiner der vorbeifahrenden Festivalbesucher mitgenommen. Da musste sich erst ein Pastorenehepaar erbarmen, uns Drecksmenschen zu transportieren - was mal wieder beweist, dass viele der Festivalbesucher einfach nur Pisser sind.
Frisch geduscht und frisiert gab’s dann den Samstag-Marathon: Hard-Fi (live totale Scheiße!), Mando Diao (gewohnt gut), The Hives (wie immer hammermäßig) und The Strokes, die wohl nicht so richtig Lust hatten, aber trotzdem irre cool waren. Zwischendurch habe ich mir meine Chuck’s noch von den Mandos unterschreiben lassen, die das irgendwie seltsam fanden. Ich fand’s seltsam, dass man eklig dreckige Stinkeschuhe von Fremden anfasst, aber das soll nicht mein Problem sein.
Tja, Sonntag gab’s eigentlich nur noch das, was vom Tage übrig blieb. Billy Talent waren okay, aber auch vieeeel zu leise, The Cooper Temple Clause haben fast das Zelt gesprengt und die Helden haben überraschenderweise eine ganz gute Co-Head-Show abgeliefert. Auf jeden Fall sehr sympathisch. So, und dann passierte das, was immer passiert, wenn ich Muse live sehen will: Irgendetwas Unvorhergesehenes vereitelt mein Hör- und Sehvergnügen. Dieses Mal sind zum Glück keine Menschen umgekommen, aber ich bin dafür voll krank geworden. Und das auch nur, weil die Veranstalter auf Brechen und Biegen ‘ne gute Show liefern wollten, was an und für sich ja klar geht, aber die Nummer war echt gefährlich Leute. Jedenfalls brach ein tosendes Unwetter über uns herein, so dass  man plötzlich in einem See stand, der durch donnernde Blitze sekundenweise erhellt wurde. Manche badeten in der Pampe, manche bekamen die totale Panik, manche fuhren nach Hause, manche feierten im Titty Twister einfach weiter… Letztendlich landeten wir wieder im Zelt und genossen bei heißem Tee noch ein bißchen das Unwetter. Ein unvergesslicher Abschluß eines sehr, sehr coolen Festivals. Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder…


Aktionen

Information

Eine Antwort

12 07 2006
martin blogt! » Hurricane 2006 - 28 Days Later

[...] Naja, eigentlich sind es noch gar nicht 28 Tage. Aber was solls. Herr Gaybower hat nun auch endlich seinen Hurricane-Bericht fertig, und ich habe in meinem Bericht Fotos vom Hurricane 2006 versprochen. Hier sind sie! Lang ist der Weg zum Hurricane [...]

Kommentieren